Herkunft
Aus Mexiko, über zwei Jahrtausende
Der Chihuahua gilt als Nachfahre des Techichi, eines kleinen Hundes präkolumbianischer Kulturen Mexikos.
Bei Tolteken und Azteken hatte er rituelle Bedeutung. Archäologische Funde (Darstellungen kleiner Hunde mit auffällig großen Ohren auf Wandmalereien und Tonscherben) legen ein Alter von rund zweitausend Jahren nahe, und genetische Untersuchungen fanden den charakteristischen Typ in Proben aus vorkolumbianischer Zeit.
Eine mitochondriale DNA-Untersuchung des Stockholmer KTH aus dem Jahr 2013 stützt diese Linie: Der Chihuahua trägt einen Erbgut-Typ, der in vorkolumbianischen mexikanischen Funden einzigartig ist.
Seinen Namen trägt er nach dem mexikanischen Bundesstaat Chihuahua, wo US-amerikanische Reisende in den 1850er-Jahren die ersten Tiere kauften und mitnahmen. Heute führt ihn die FCI unter Standard Nr. 218 in der Gruppe der Gesellschafts- und Begleithunde.
Zwei Varietäten
Dieselbe Rasse, zweierlei Haar
Der Rassestandard kennt den Chihuahua in zwei Haarvarietäten. Sie unterscheiden sich allein im Fell: In Wesen, Bau und Größe sind es dieselben Hunde. Zugelassen sind alle Farben in sämtlichen Schattierungen und Kombinationen, mit einer Ausnahme: Merle ist nicht standardkonform.
KurzhaarPelo corto
Kurzes, dicht anliegendes Haar von weicher Textur und mit Glanz. Am Hals und an der Rute ist es etwas länger, im Gesicht und an den Ohren kurz.
LanghaarPelo largo
Feines, seidiges Haar, glatt bis leicht gewellt, mit Befederung an Ohren, Läufen und Rute und einem deutlichen Kragen am Hals. Darunter liegt eine nicht zu dichte Unterwolle.
Beim Gewicht
Klein ist kein Gütesiegel
Beim Chihuahua wird ausschließlich das Gewicht bewertet, nicht die Größe. Der Rassestandard nennt anderthalb bis drei Kilogramm, und alles darüber gilt dort als disqualifizierender Fehler.
Das Qualzucht-Präventionsprogramm, nach dem ZEUS-Züchter arbeiten, weicht davon bewusst ab: Es erweitert den Rahmen auf bis zu fünf Kilogramm. Ein kräftigerer Körperbau schafft die anatomische Grundlage für einen gesunden Kiefer, beugt Zahnproblemen vor und sorgt für ein günstigeres Verhältnis von Herz- zu Körpergröße.
Für Zuchthündinnen gilt umgekehrt eine Untergrenze von 2,3 Kilogramm — und zwar als allerunterste Grenze, nicht als Zielwert. Mehr ist hier ausdrücklich besser. Der Grund liegt in der Geburt: Je kleiner die Hündin, desto höher das Risiko einer Schwergeburt. Und weil jeder Kaiserschnitt eine schwere Operation ist, führt der zweite Kaiserschnitt zum Zuchtausschluss, damit eine Veranlagung zu Schwergeburten nicht weitergegeben wird.
Für Sie heißt das: Wo mit besonders kleinen Tieren geworben wird, wo Begriffe wie „Teacup“ fallen, wird ein Merkmal zum Verkaufsargument gemacht, das in Wahrheit ein Risiko ist. Eine anerkannte Kategorie ist „Teacup“ nicht.
Vor dem Kauf
Woran Sie einen guten Züchter erkennen
An etwas, das er Ihnen zeigen kann — und das Sie selbst nachprüfen können.
Ein Welpe ist eine Entscheidung für zwölf bis achtzehn Jahre. Wer einen Chihuahua sucht, steht vor der Frage, wem er dabei vertrauen soll. Versprechen am Telefon helfen wenig, Fotos noch weniger.
Seit 2025 verlangt das österreichische Tierschutzgesetz von Züchtern ein bewertetes Qualzucht-Präventionskonzept je Rasse. Beim Chihuahua steht in diesem Konzept, was man einem Zwei-Kilo-Welpen nicht ansieht. ZEUS führt Züchterinnen und Züchter von der Erstellung des Konzepts über die Einreichung bei der Qualzucht-Kommission der Veterinärmedizinischen Universität Wien bis zum Zertifikat.
Hinter dem Zertifikat steht beim Chihuahua eine tierärztlich befundete Zuchttauglichkeitsprüfung: Fanglänge im Verhältnis zur Stirnhöhe, geschlossene Fontanelle, Patella, Hydrocephalus, Zahn- und Kieferstatus, Trachea. Wer die Auflagen nicht erfüllt, wird nicht zur Zucht eingesetzt.
Für Sie als Käuferin oder Käufer ist das Ergebnis das Entscheidende: Das ZEUS-Zertifikat trägt einen Kontrollcode, den Sie selbst auf der ZEUS-Website eingeben und überprüfen können. Bewusst zum Eintippen und nicht als QR-Code — ein Code, den Sie selbst eingeben, kann Sie nicht auf eine gefälschte Seite weiterleiten.
Selbst prüfbar
Kontrollcode auf dem Zertifikat, den Sie händisch eingeben — kein Vertrauen auf Zusagen nötig.
Für Sie kostenlos
Die Prüfung des Zertifikats und die Nutzung als Welpenkäuferin oder Welpenkäufer kosten Sie nichts.
Ein Leben lang
Begleitung über die gesamte Lebensdauer Ihres Hundes, samt Gesundheitstagebuch für die ersten zwei Jahre.
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